Die Kartoffel

Die in Deutschland geläufige Bezeichnung „Kartoffel“ leitet sich aus dem italienischen Wort „tartufolo“ (Trüffel) ab, welches wiederum aus dem lateinischen Begriff „terrae tuber“ (Erdknolle) entstanden ist. Die in weiten Teilen Deutschlands auch geläufige Bezeichnung als „Erdapfel“ wiederum entstammt dem französischen Ausdruck „pommes de terre“. Das englische Wort „potato“ wiederum wurde an das spanische „patata“ angelehnt und ähnelt dem bei den Inka verwendeten Wort „papa“ für die Kartoffel.

„Im allgemeinen Sprachgebrauch meint man mit Kartoffeln nicht die Pflanze selbst, sondern meist die unterirdisch wachsenden Knollen, welche als Nahrungsmittel genutzt werden.“

Die Kartoffel ist das einzige Massenprodukt des Agrarmarkts der Europäischen Union, für welches es keine festgelegte Marktordnung gibt. Dadurch werden Kartoffeln also im Gegensatz zu anderen Nutzpflanzen in zu nicht-subventionierten Weltmarktbedingungen produziert.

79,8% der Welternte von Kartoffeln werden von 20 Staaten erbracht. Laut der internationalen Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO betrug im Jahr 2017 die Weltproduktion 389 Millionen Tonnen Kartoffeln.

Deutschland steht mit durchschnittlich 11 Millionen Tonnen an 6. Stelle der im Anbau führenden Länder.

Geschichte

Die Kartoffelpflanze selbst stammt ursprünglich aus Südamerika, wo die Inka die Kartoffel vor der Entdeckung durch die europäischen Kolonisten schon seit Jahrhunderten in den Anden anbauten und sich davon ernährten. Man schätzt das Alter dieser Pflanzenart auf ca. 13.000 Jahre.

„Erst Mitte des 16. Jahrhunderts brachten spanische Seefahrer einige Kartoffelknollen über den Atlantik nach Europa. Die Kartoffel wurde anfangs wegen ihrer schönen Blüten als Zierpflanze in Parkanlagen und botanischen Gärten angebaut.“

Es dauerte jedoch knapp 100 Jahre, bis die Knolle in ganz Europa als vollwertiges Nahrungsmittel akzeptiert wurde. In Deutschland begann der Anbau von Speisekartoffeln im Jahre 1747 südlich von Braunlage im Oberharz. Den wirklich ersten großflächigen Anbau der Kartoffel in Preußen unterstütze der Preußische König Friedrich der Große. Da er trotz aller Förderung den Kartoffelanbau nicht befriedigend ausweiten konnte, erließ er im Jahre 1756 den sogenannten berühmten „Kartoffelbefehl“ im ganzen Land, welcher der Kartoffel hierzulande letztendlich zum Durchbruch verhalf.

Ab 1780 kann also von einer weiten Verbreitung der Kartoffel in Deutschland gesprochen werden. Die wertvollen Inhaltsstoffe und vielfältige Zubereitungsarten ermöglichten dem Volk eine gesunde und vollwertige Ernährung. Da dies auf der einen Seite dem Bevölkerungswachstum zu Gute kam, brachte dies aber auch bei großen Missernten die Hungersnot. Als dann Anfang des 19. Jahrhunderts einige Kartoffelkrankheiten aus Amerika eingeschleppt wurden, führte dies zu massiven und unzähligen Missernten der hierorts verbreiteten Kartoffelmonokulturen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die Kartoffel dann die gesamte Landwirtschaft Deutschlands und vieler anderer europäischen Länder zu prägen. Gerade in den Nachkriegsjahren war sie so wichtig, dass sogar teilweise in öffentlichen Grünanlagen anstatt Blumen Kartoffeln angebaut wurden.

Inhaltsstoffe

  • Die Kartoffel besteht zu drei Vierteln aus Wasser.
  • Die enthaltenen 15% Kohlenhydrahte liegen fast ausschließlich in Form von Stärke vor, wodurch sich die gut sättigende Wirkung der Kartoffel erklärt.
  • Knapp 2% der Kartoffel sind Ballaststoffe, die eine wichtige Rolle für den Magen-Darm-Trakt spielen. Diese weitgehend unverdaulichen Bestandteile sind für eine gesunde Verdauung sehr wichtig.
  • Im Vergleich zu anderen Pflanzen hat das Eiweiß der Kartoffel eine sehr hohe biologische Wertigkeit und ist somit am besten vom Körper verwertbar. Außerdem enthält die Kartoffel kein Gluten. Damit bleibt die Kartoffel auch für Menschen mit Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit) genießbar.
  • Durch den geringen Fettgehalt von unter 0,1% ist der Brennwert der Kartoffel sehr niedrig.
  • Kartoffeln haben einen hohen Gehalt an Vitamin B1, B2 und C. Eine kartoffelhaltige Mahlzeit deckt über zwei Drittel des täglich erforderlichen Vitam-Bedarfs.
  • Auch ist die Kartoffel reich an Mineralstoffen: insbesondere an Kalium, Natrium, Calcium und Phosphor.

Somit ist die Kartoffel also ideal für eine gesunde Ernährung. Sie hat wenig Kalorien, ein hochwertiges Eiweiß und hat sogar einen höheren Stärkegehalt als Getreide oder andere Pflanzen (Ausnahme: Reis). Es ist sogar möglich seinen kompletten Vitamin C Bedarf durch Kartoffeln zu decken.